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Oberfräse

Was ist eine Oberfräse?

Als Oberfräse wird ein spanabhebendes Werkzeug zur Holzbearbeitung, seltener auch zur Kunststoffbearbeitung, bezeichnet.

Die Oberfräse besteht aus einem Elektromotor ohne Getriebe, einer Spannzange für die Aufnahme von Fräswerkzeugen sowie einem Fräskorb mit Führungssäulen.

Diese Führungssäulen sind auf einer Grundplatte befestigt, die an ihrer Unterseite häufig mit einer Kunststoffgleitfläche für einfacheres Arbeiten versehen ist.

Die Grundplatte dient der Befestigung von Anschlägen oder Führungen. So lassen sich unter anderem Kreissegmente oder Kurvenbahnen fräsen.

Die Drehzahl handelsüblicher Oberfräsen liegt im Bereich von 8.000 bis 30.000 Umdrehungen pro Minute. Der Spannbereich der Werkzeugaufnahme beträgt zwischen 6 und 12,7 mm, wobei die gebräuchlichsten Maße in Europa 6, 8 und 12 mm betragen.

Oberfräsen lassen sich anhand ihrer Griffe in drei Grundformen unterscheiden:

1) Doppelknauf: Zwei runde Griffe auf beiden Seiten des Gerätes für Zweihandbedienung
2) Pistolengriff: Ermöglicht die Einhandbedienung. Diese Geräte verfügen über einen zusätzlichen Knauf an der dem Pistolengriff gegenüberliegenden Seite
3) Doppelgriff: Diese Grundform ist der Handform angepasst und daher besonders ergonomisch.

Im Gegensatz zu den bisher beschriebenen, mobilen Oberfräsen existieren auch stationäre Geräte, die in CNC-Bearbeitungszentren integriert oder als Portalmaschinen aufgebaut sind. Dieser Artikel widmet sich allerdings vorrangig den mobilen Oberfräsen, daher wird an dieser Stelle nicht näher auf die CNC-Tischmaschinen eingegangen.

Einsatzgebiete der Oberfräse

Oberfräsen werden für das Herstellen von Nuten, zum Anfasen von Werkstücken oder zum Profilieren verwendet. Durch zusätzlichen Einsatz von Schablonen oder im Freihandverfahren lassen sich mit Oberfräsen auch Muster oder Schriften in ein Werkstück einbringen.

Beim Freihandverfahren wird die Oberfräse auf ein aufgespanntes Werkstück aufgesetzt und von Hand geführt. Im Gegensatz dazu wird beim Tischfräsen die Oberfräse über Kopf in eine hierfür ausgelegte Tischplatte eingesetzt und so stationär verwendet. Gerade beim Bearbeiten kleinster Werkstücke oder beim Einsatz von großen Fräserdurchmessern wird so die Sicherheit bei der Bedienung wesentlich erhöht.

Oberfräse im Einsatz beim Anfasen

Oberfräse beim Anfasen

Beim Tischfräsen können darüber hinaus Maschinen mit höherer Leistung verwendet werden – das zusätzliche Gewicht dieser Maschinen sorgt in diesem Fall für bessere Laufruhe und eine höhere Steifigkeit der Führungen.

Während im Heimwerkermarkt vorrangig Oberfräsen für das Freihandfräsen angeboten werden, die mit Motorleistungen um die 450 Watt ausgerüstet sind, verfügen Oberfräsen im professionellen Sektor über Motorleistungen bis 2600 Watt.

Die Drehzahlen können bei allen aktuellen Modellen dabei elektronisch stufenlos eingestellt werden, was eine Anpassung der Schnittgeschwindigkeit auf den jeweiligen Einsatzzweck problemlos möglich macht.

Hochwertige Geräte verfügen darüber hinaus noch über eine Konstantelektronik, die die Drehzahl unter Last konstant hält und bei Bedarf nach regelt.

Vor-und Nachteile

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Vorteile

Die große Verfügbarkeit unterschiedlicher Fräswerkzeuge macht die Oberfräse zu einem überaus vielfältigen Werkzeug. Von der Herstellung von Kreisformen über quadratische Ausfräsungen bis hin zu Ellipsen können die vielfältigsten Aufgaben mit einer Oberfräse durchgeführt werden.

Neben reinen Fräsarbeiten kann die Oberfräse auch zum Herstellen von Schaftlöchern oder als Säge eingesetzt werden. Im professionellen Umfeld, beispielsweise einer Schreinerei, dienen Oberfräsen zum Bündigfräsen oder Profilieren von Holzbauteilen.

Mit entsprechenden Profilfräsern sind Hohlkehlen, Rundungen und Fasen ohne großen Arbeitsaufwand zu realisieren.

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Nachteile

Als Nachteil der Oberfräse lässt sich die Mobilität aufführen. Da Oberfräsen, gerade die Modelle für den Heimgebrauch, von Hand geführt werden, können nur entsprechend weiche Materialien bearbeitet werden.

Metalle wie Stahl oder Guss sollten niemals mit Oberfräsen bearbeitet werden! Hier kann durch die entstehenden Schnittkräfte eine sichere Führung der Maschine nicht garantiert werden – schwere Verletzungen können die Folge sein. Auch bei im Tisch eingespannten Oberfräsen ist darauf zu achten, dass nur weiche Materialien wie Holz oder Kunststoff bearbeitet werden.

Die Leistung der Maschinen reicht nicht aus, um härtere Materialien zu bearbeiten. Auch wer computerunterstützt (CAD) fräsen will, stößt mit einer Oberfräse an seine Grenzen. Hier muss auf die wesentlich teureren CNC-Fräsmaschinen ausgewichen werden.

Für Heimwerker und Profis

Eine Oberfräse ist eine Maschine, die für Heimwerker und Profis gleichermaßen geeignet ist und dementsprechend weit verbreitet zum Einsatz kommt. Ob an der heimischen Werkbank oder im Arbeitsumfeld – es zählt Qualität!

Mit langjährig am Markt etablierten Marken renommierter Hersteller wie Festool, Bosch und Makita liegt man immer richtig, denn neben einer hochwertigen Verarbeitung der Maschine (und damit einem dauerhaft präzisen Fräs-Ergebnis) bieten die Markenhersteller einen umfangreichen Ersatzteil- und Zubehörkatalog sowie guten Support bei Störungen oder Fragen zum Produkt.

Sicherheit beim Fräsen

Beim Fräsen – das gilt für Heimwerker genau wie für Profis – ist Sicherheit oberstes Gebot. Beim Umgang mit den extrem scharfen Schneidwerkzeugen ist jederzeit große Vorsicht geboten, denn die rotierenden Schneiden können schon bei kleinsten Unachtsamkeiten zu schweren Verletzungen führen!

Zu der persönlichen Sicherheitsausrüstung bei der Verwendung von Oberfräsen gehört neben einer Schutzbrille auch ein Gehörschutz. Die Maschinen können im Arbeitseinsatz Lärmpegel von mehr als 110 Dezibel erreichen. Weiterhin gehört eine schnittsichere Arbeitskleidung zur unbedingt notwendigen Arbeitsausrüstung.

Sicherheit beim Fräsen

Beim Fräsen sollte Schutzbrille und Gehörschutz nicht fehlen.

Die Ärmel der Kleidung sollten möglichst kurz und enganliegend gehalten werden. Lange Haare sind unter einer Mütze oder ähnlichem zu verbergen. Ringe, Ketten und sonstiger Schmuck sind vor Gebrauch der Oberfräsen abzulegen. Geraten Haare oder Schmuck in das rotierende Werkzeug, sind schwerste Verletzungen nicht auszuschließen!

Bevor Sie mit den Arbeiten mit der Oberfräse beginnen, achten Sie darauf, dass der Fräskopf sicher an der Maschine befestigt ist. Die hierzu verfügbare Sicherungsschraube muss unbedingt mit dem richtigen Drehmoment angezogen werden.

Auch sollte vor jedem Einsatz der Fräser überprüft werden. Stumpfe Fräser führen zu gefährlichen Rückschlägen bei der Bearbeitung. Defekte Fräser bringen darüber hinaus noch die Gefahr mit, dass sich Metallteile aus der Schneide lösen können, die zu unkontrollierbaren Geschossen werden können.

Gerade im Handbetrieb ist beim Einsatz der Oberfräse darauf zu achten, dass immer nur im Gegenlauf gefräst wird. Dabei dreht sich der Fräskopf in die entgegengesetzte Vorschubrichtung der Oberfräse. Wird hingegen im Gleichlauf gefräst, zieht die Oberfräse das Material zu sich heran – was dazu führt, dass die Maschine nahezu unkontrollierbar wird!

Eine weitere Gefahrenquelle lauert beim Werkstück. Wird dieses nicht sorgfältig auf dem Arbeitstisch festgespannt, können auftretende Kräfte bei der Bearbeitung nicht abgefangen werden. Das Resultat könnten herumfliegende Werkstücke sein, die für Sie und die Menschen in Ihrer Umgebung eine ernsthafte Gefahr darstellen.

Das sollte beim Kauf einer Oberfräse beachtet werden!

Bevor die Anschaffung einer Oberfräse für den Heimgebrauch angedacht wird, sollte man sich zunächst mit seinen Anforderungen beschäftigen.

Welches Material soll verarbeitet werden?

Welche Arbeitsschritte sollen durchgeführt werden und welches Zubehör wird benötigt?

Maschinen, die ausschließlich im Hobbybereich eingesetzt werden sollen, sind mit Leistungen zwischen 450 und 800 Watt erhältlich. Diese Leistung reicht vollkommen aus, wenn Nuten in weiche Hölzer gefräst oder kleine Rundungen an den Kanten von Hölzern realisiert werden sollen.

Oberfraese auf Tisch

Die Auswahl an Oberfräsen-Modelle ist groß.

Diese kleinen Maschinen sind mit rund drei Kilo Eigengewicht noch überaus handlich. Wer seine Oberfräse semiprofessionell oder beruflich einsetzen will, sollte nach Maschinen Ausschau halten, die mindestens 900 Watt Leistung mit sich bringen.

Mit diesen Geräten lassen sich Rundungen, Nuten, Bohrlöcher und Bogenschnitte durchführen – auch in härteren Holzsorten oder Kunststoffen. Profi-Maschinen können bis zu 7 Kilogramm wiegen, sind daher nicht unbedingt als handlich zu bezeichnen.

Ob Profi-Maschine oder Oberfräse für den Heimgebrauch: Achten Sie stets auf die verbauten Materialien. Während das Gehäuse problemlos aus Kunststoff gefertigt sein kann, sollte die Grundplatte aus Metall oder beschichtetem Holz gefertigt sein.

Wichtig ist auch die Spannzange, sorgt diese doch für den präzisen Rundlauf des eingespannten Werkzeugs. Hier sollte ausschließlich Metall zum Einsatz kommen, genau wie bei allen verstellbaren Holmen an der Maschine.

Da während der Zerspanung Staub und Späne in nicht unerheblicher Menge entstehen, sind gute Maschinen mit einem Auffangbeutel ausgerüstet. Alternativ setzen manche Hersteller gerade im Heimwerkerbereich auf einen Anschluss für einen Staubsauger.

Weitere Infoseiten zum Thema Oberfräse:  https://www.oberfraesetest.de/ und https://oberfraese-experten.de/

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Die Preise beziehen sich auf den Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Beitrags. Sie können gestiegen oder gefallen sein!

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